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Die Zucht

Paarung

 

Die Bartagamen sind mit ca. einem Jahr geschlechtsreif,

bei manchen Frühentwicklern, passiert es auch mit 6 Monaten.

 

Die Paarungsversuche beginnen quasi direkt nach der Winterruhe.

Wobei die Annäherungsversuche vom Männchen ausgehen,

dieses zeigt durch das Schwarzfärben  des Bartes und auf und

ab nicken des Kopfes seine Bereitschaft.

Ist das Weibchen paarungswillig, flacht es den Oberkörper ab

und hebt ihren Schwanz leicht an.

Passiert das nicht, haben wir beobachtet,

dass unser Hannibal mit seinen Hinterbeinen auf dem Rücken des Weibchens scharrt,

um dieses zum Schwanz anheben zu animieren.

Nun ist das Männchen in der Lage, mit seinem Hemipenis in die Kloake

des Weibchens einzudringen.

 

Unter Umständen kann es sein das der Paarungsakt mehrmals täglich vollzogen wird.

Dabei stört das Männchen oft auch nicht, sollte das Weibchen keine Lust haben.

Zwar winkt das Weibchen und versucht sich dem Männchen zu entziehen,

aber dieses belästigt das Weibchen meist unbeeindruckt weiter.

 

Hier sollte man darauf achten das das Weibchen durch die Paarungsversuche,

nicht zu sehr gestresst wird.

Notfalls muß das Männchen vorrübergehend vom Weibchen getrennt werden.

 

 

Trächtigkeit

 

Nach der Befruchtung reifen nun die Eier im Körper des Weibchens heran.

Die Trächtigkeit kann 3 bis 7 Wochen dauern.

Während dieser Zeit achten wir besonders auf ein vermehrtes Angebot an Calcium,

da dieses zur Bildung einer optimalen Eischale benötigt wird.

 

Außerdem sollte auf eine ausgewogene und vollwertige Ernährung geachtet werden,

da diese Zeit sehr anstrengend für das Tier ist.

Gegen Ende der Tragezeit kann man sogar sehen wie sich die Eier

an der Bauchseite abzeichnen.

 

Eiablage

 

Kurz vor der Eiablage (so ca. 2-3 Tage) werden die Weibchen etwas unruhiger.

Sie suchen im Terrarium nach geeigneten Eiablageplätzen und führen

sogar Probegrabungen durch.

 

Wir haben den Tieren verschiedene Möglichkeiten gegeben.

An den Wänden bzw. Ecken, haben wir dem Sand Lehm untergemischt,

den feuchten wir in der entscheidenden Phase an,

damit die Grabfähigkeit des Sandes verbessert

wird und die Mädels gut graben können.

 

 

 

Außerdem bieten wir ihnen verschiedene Höhlen an.

Unter denen befindet sich feuchter, aber nicht zu nasser Sand.

 

Was die Tiere bevorzugen ist allerdings unterschiedlich.

Die eine gräbt lieber selbst eine Höhle, auch mal mitten im Terrarium,

die andere lieber geschützt in einer Höhle.

  

 

 

 

 

Wichtig ist nur das der Sand im Terrarium hoch genug ist,

denn die Bartis butteln oft tief und hören meist nicht auf wenn sie auf den

Terrarienboden stoßen.

 

Als unsere Holly zum ersten Mal trächtig war, buttelte sie an den unmöglichsten Stellen,

z.Bsp. auf einem Podest, wollte sie durch die Wand „durchbutteln“.

Sie war schwer davon zu überzeugen, dass das ein sinnloses Unterfangen ist.

 

Eine Bartagame legt im Schnitt 15-25 Eier ab.

 

Unsere Mädels haben bis jetzt immer zwischen 15-18 Eier abgelegt.

Nachdem das Weibchen die Höhle zugebuttelt hat, versucht es mit Schwanzbewegungen

und durch das klopfen mit dem Köpfchen, die Grabstelle zu begradigen und so zu hinterlassen,

als wäre nie etwas gewesen.

Danach zieht sie sich erschöpft zurück, meist auf einen Sonnenplatz.

 

Wenn die Eier ausgebrütet werden sollen, lassen wir sie 2 Stunden im Terrarium aushärten.

In der Zeit wird der Inkubator vorbereitet.

Anschließend werden die Eier vorsichtig freigelegt.

Beim Ablegen in die Brutschale sollten die Eier möglichst wenig bewegt werden.

Wir säubern die Eier ganz vorsichtig mit einer neuen, sehr weichen Zahnbürste

und befreien sie so von Sandresten.

Das verhindert das die Eier schimmeln.

Nach 24 Stunden dürfen die Eier nicht mehr gedreht werden.

Die Eiablage ist sehr kräftezehrend für die Weibchen.

Danach peppeln wir unsere Weibchen auf indem wir darauf

achten das sie genug Wasser zu sich nehmen.

Sie bekommen dann auch immer extra Lebendfutter

( bestäubt mit Calcium und Vitaminpulver )

 

Inkubation und Schlupf

 

Die Eier werden im Inkubator ausgebrütet,

da dort eine ständig konstante Luftfeuchte und Temperatur erzeugt werden kann.

 

Sie kommen in eine Plastikbox (idealer Weise, so eine wie für die Futterinsekten genutzt wird) ,

in der sich Brutsubstrat befindet.

Wir verwenden Vermiculit, da dieses gut Wasser speichert.

 

Das Vermiculit wird befeuchtet, aber nicht zu nass machen.

Gerade so nass das beim zusammendrücken, kein Wasser austritt.

 

Die Box wird halb voll gemacht und die Eier zur Hälfte eingebettet.

Da die Eier nicht zu dicht nebeneinander liegen sollten,

empfiehlt es sich pro Box nur 4-5 Eier zu legen.

 

 

 

Die Bebrütungstemperatur sollte 26-30 °C betragen und eine Luftfeuchte

zw. 80-95 % sollte erzeugt werden.

 

Jetzt muß regelmäßig überprüft werden ob genug Wasser im Inkubator

ist und dieses gegebenenfalls nachfüllen.

Auch solltet ihr den Zustand der Eier und des Vermiculites regelmäßig überprüfen.

Ist das Vermiculit zu trocken, kann dieses vorsichtig mit einer

Pipette neu befeuchtet werden.

Die Eier sollten dabei allerdings keine Tropfen abbekommen.

Da sich am Deckel des Inkubators durch die hohe Luftfeuchte, Wassertropfen bilden,

die auf die Eier fallen könnten, legen wir die Deckel der Plastikboxen,

schräg auf die Boxen sodas die Eier geschützt sind,

aber die Boxen dennoch nicht verschlossen sind.

 

Ihr müßt euch die Eier genau ansehen, ob eines davon schimmelt.

 

Passiert das zu Anfang der Brutzeit, kann es sein das das Ei nicht befruchtet

war bzw der Embryo nicht überlebt hat.

Dieses Ei sollte von den anderen getrennt werden und unter Beobachtung bleiben.

 

Bei unserem Schlupf, war an einem Ei gegen Ende

der Brutzeit etwas Schimmel zu sehen.

Dieses haben wir dann in eine Extrabox gesetzt und abgewartet.

Der Schimmel ist nicht größer geworden und aus dem

Ei kam ein agiles gesundes Kerlchen raus.

 

Die Brutzeit liegt zwischen 50 – 80 Tagen.

 

Kurz vor dem Schlupf beginnt das Ei zu schwitzen.

Die Kleinen zerstören mit dem sogenannten Eizahn

die Eihülle und stecken ihre Nase heraus.  

Kurz vor dem Schlupf beginnt das Ei zu schwitzen.

Die Kleinen zerstören mit dem sogenannten Eizahn

die Eihülle und stecken ihre Nase heraus.  

Danach pausieren sie oft bevor sie den Kopf und dann

den ganzen Körper aus dem Ei bewegen.

 

 

 

 

Der Zeitraum in dem das passiert ist sehr unterschiedlich.

Wir hatten Tiere bei denen es ganze 24 Stunden gedauert

hat bis sie aus dem Ei gekommen sind, bei anderen war das eine Sache von 1-2 Stunden.

 

Ganz wichtig ist es den kleinen Zeit zu geben und auf keinen Fall ein zu greifen .

Auch wenn man meint es geht nicht voran,

oder die bekommen keine Luft wenn nur die Nasenspitze aus dem Ei lugt.

Die Tiere erledigen das ganz von allein.

 

Sind sie dann aus dem ein, liegen sie oft erstmal da, wie kleine Moorleichen,

völlig zusammengekraucht.

Auch da braucht es wieder Zeit, bis sich die kleinen Kerle aufrappeln.

Ist das passiert, versuchen sie so schnell wie möglich von der Eischale zu flüchten

um mögliche Fressfeinden nicht auf sich aufmerksam zu machen.

 

Wir setzen die Tiere dann einzeln in eine neue Plastikbox,

ausgestattet mit einem feuchten Küchenpapier.

Und belassen sie noch 24 Stunden im Inkubator, damit sie sich in der ruhigen,

dunklen Umgebung von den Strapazen des Schlupfes zu erholen.

Durch das Sichtfenster des Inkubators, gelangt etwas Licht in den Inkubationsraum,

so kann sich das Kleine langsam an die Helligkeit gewöhnen.

Die Plastikbox sollte verschlossen werden, die Kleinen Bartagamen sind oft sehr flink und

würden aus der Schale herausspringen und im Inkubator umherlaufen.

Die kleinen Luftlöcher in der Plastikbox, sind für die Luftversorgung völlig ausreichend.

 

Nach den 24 Stunden, kommen sie dann in eine Aufzuchtsbox.

Wir haben eine große hohe Plastikbox gewählt und diese ins Terrarium gestellt,

so haben die kleinen gleich optimale Licht und Luftfeuchteverhältnisse.

Die Box haben wir mit Eierpappen ausgestattet und aus Küchenpapierrollen,

haben wir Höhlen zum verstecken gebastelt.

 

Ihnen wird 3-mal täglich Lebendfutter angeboten

und im Terrarium befinden sich eine ständig frische Gemüseschal,

eine Wasserschale und eine Schale mit Calcium.

 

Wenn die Tiere alle Futter zu sich nehmen

können sie dann ins eigentliche Terrarium umziehen.

 



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