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Verhalten

Die Bartagame ist in Sachen Verhalten, eher „verhalten“.

Sie zeichnet sich durch kleine Gesten aus, die von manchem

Halter auch mal falsch verstanden werden können.

So ist z. Bsp. ein typisches Zeichen für Unbehagen, das schließen der Augen.

Was bei Hund oder Katze ein Zeichen von Wohlgefühl und Geborgenheit ist,

heißt bei Bartagamen, soviel wie „Lass mich in Frieden, ich mag das nicht!“

Oft verharren die Tiere dann regungslos in ihrer Position,

vorallem bei jungen Tieren ist so ein Verhalten gut zu beobachten.

Diese sind noch wesentlich schreckhafter, sie liegen regungslos mit geschlossenen Augen da, fast wie tot.

Ob sich euer Barti wohl fühlt könnt ihr unter anderem daran erkennen,

das er aufgeweckt durch sein Terrarium wuselt, mit klarem wachen Blick und satter Farbe,

regelmäßig frisst und sich nicht zurück zieht.

 

Abwehrverhalten

 

Fühlt sich euer Tier zu sehr bedroht und in die Ecke gedrängt,

kann es zum Abwehrverhalten kommen.

Es kann sein das es den Bart dunkler färbt und diesen aufstellt,

sodass seine Stacheln gut zur Geltung kommen und zu fauchen beginnt.

 

Sollte euer Tier winken, und dabei den Oberkörper zusammen mit dem Kopf absenken,

kann diese als Beschwichtigungs- bzw. Demutsgeste gegenüber

den „Feinden“ oder ranghöheren Tieren sein, je nach Situation.

 

 

Erkundungsverhalten

 

Zum Erkunden ihrer Umgebung, nutzen Bartagamen ihre Zunge.

Alles wird angeleckt, Einrichtungsgegenstände, sogar Artgenossen,

ebend alles was ihnen in den Weg kommt, bzw. neu oder interessant ist.

So wird ihnen unbekanntes Futter zum Bsp. erstmal angeschlabbert.

 

 

Jagdverhalten

 

Eine Bartagame ist kein wirklicher Futtersucher, soll heißen,

sie sitzt und wartet bis ihr das Futter unter die Augen kommt.

Ich würde diese Tiere als „Sitzjäger“ beschreiben.

Sie werden nicht ohne Anreiz durch das Terrarium laufen,

um nach Lebendfutter zu suchen.

Das soll aber nicht heißen, dass sie behäbig in Sachen Jagd sind.

Unsere Bartagamen, sind schnelle und sichere Jäger,

haben sie ihre Beute einmal anvisiert, haben die Futtertiere keine Chance mehr.

Die 3 sind so schlau, das sie sogar die Schütteldosen

in denen wir die Futtertiere mit Vitaminpulver bestäuben erkennen.

Sobald sie diese erspäht haben, werden die Dosen fixiert und

voller Anspannung nicht mehr aus den Augen gelassen.

Öffnet man dann die Terrariumtür, kommen sie sofort an.

 

Bei der Jagd verharren sie in ihrer Stellung, absolut konzentriert, ab und zu

bewegen sie sich auch mal minimal, sehr langsam auf das Beutetier zu.

Sobald das Tier in Schnappweite ist wird gnadenlos darauf zu geschnellt.

Balz- und Paarungsverhalten

 

Das Balzverhalten beim Männchen sieht folgendermaßen aus.

Zuerst färbt sich der Bart tief schwarz und es beginnt heftig mit dem Kopf zu nicken.

Oftmals, nickt auch der ganze Oberkörper mit, bei unserem Hannibal sieht es aus,

als ob er mit den Vorderbeinchen aufstampft außerdem färbt sich

quasi sein ganzer oberer Bauch schwarz.

Hat das Weibchen keine Lust, winkt es zur Beschwichtigung, mit dem Ärmchen.

 

 

 

 

  

 

Ist es zur Paarung bereit, senkt es den Oberkörper ab und hebt den Schwanz leicht an.

Das Bartagamenmännchen, legt sich nun auf das Weibchen und

beißt es in den Nacken (Paarungsbiss) , um es in eine optimale Position zu bringen.

Das sieht ganz schön brutal aus, als wir dies zum ersten Mal beobachteten,

haben wir uns wirklich erschrocken.

  

 

Das Männchen dreht sich so mit seinem Hinterteil, das er mit seiner Kloake,

die Kloake des Weibchens erreicht, um mit seinem Hemipenis,

in die Kloake des Weibchens einzudringen.

 

 

 

 

Nach dem Akt, der in der Regel nur wenigen Minuten dauert,

erschlafft das Männchen, man könnte meinen er ist eingeschlafen.

Völlig fertig liegt er auf dem Weibchen.

Es ist ein klasse Bild, wenn eines unserer Weibchen,

unter dem erschöpften Hannibal hervor robbt.

 

 

Revierverhalten

 

Man muss sehr aufpassen, wenn man sich eine Gruppe von Tieren aufbauen möchte,

wie sich die Tiere untereinander verhalten.

Ganz besonders das nicht eines der Tiere, ein anderes unterdrückt.

 

Anfängliche Streitigkeiten, sind allerdings völlig normal und dienen

dazu eine Rangordnung auszumachen.

 

Dabei machen sich die Tiere ganz flach, stellen sich schräg,

den eigenen Körper dem des Gegners zugewandt und umkreisen einander,

mit dem Versuch einen Biss zu setzen.

Im besten Fall, zieht sich dann eines der Tiere (das unterlegene)

zurück bzw. legt sich flach auf den Boden.

Hier ist auch manchmal ein heftiges und schnelles nicken

mit dem Kopf und ein aufstellen des Bartes zu sehen.

 

Man sollte diesen Vorgang genau beobachten, im Allgemeinen ist es

gut die Tiere ihre Rangordnung ausfechten zu lassen.

Sollte der Kampf allerdings zu heftig sein und die Gefahr bestehen,

dass eines der Tiere verletzt wird, sollte man die Tiere sofort trennen.

 

Ich kann euch nur den Rat geben, sich in der ersten Phase der Zusammenkunft,

viel Zeit zu nehmen und die Tiere ständig zu beobachten, um im Ernstfall eingreifen zu können.

 

Es ist wichtig den Tieren, ein genügt großes Terrarium zu bieten,

damit sie sich auch mal aus dem Weg gehen können.

Achtet man bei der Gestaltung auch darauf, mehrere Sonnenplatze,

bzw. gleich hohe Podeste einzubauen, können Konflikte auch umgangen werden.

 

Unterdrückte Tiere, verhalten sich ähnlich wie kranke, sie fressen wenig,

verkriechen sich oft und sind meist dunkel gefärbt.

Diese sollten dann von der Gruppe getrennt werden.

 

Man darf sich auch nicht täuschen lassen, das zwei Bartis aufeinander

bzw. nebeneinander liegen, sagt nichts darüber aus ob sich die Beiden vertragen,

trotzdem kann eines der Tiere unterdrückt sein.

 

Wir hatten am Anfang etwas Sorge, da sich Holly und Helene nicht auf Anhieb gut verstanden.

Sie haben sich nicht gegenseitig verletzt, da sich zum Glück eine der Beiden,

immer dem Konflikt entzogen hat, aber wir hatten schon mit dem Gedanken gespielt sie zu trennen.

Aber mittlerweile funktioniert es sehr gut, ich finde es ein gutes Zeichen,

wenn beide Tiere nebeneinander fressen, und der einem dem anderen das Futter nicht neidet.

 

 

Aufblähen und Abflachen

 

Zum reinigen der Augen bzw. während der Häutung,

drücken die Bartagamen ihre Augen im geschlossenen Zustand nach außen,

sie sehen dann aus wie Fröschchen.

Also keine Panik das sieht schlimm aus, ist aber völlig normal.

 

Bartagamen sind wechselwarme Tiere,

heißt sie regulieren ihre Körpertemperatur,

angepasst an die Umgebungstemperatur.

Um Wärme -und Lichtausbeute zu erhöhen flachen sie ihren Körper ab,

um ihre Oberfläche zu vergrößern.

 

 

    

  

 

Auch die Farbe spielt dabei eine Rolle.

Am Morgen sind die Bartagamen meist dunkler gefärbt, die dunkle Färbung,

erhöht die Wärmeaufnahme.  

Ist es dem Tier „unter der Sonne“ zu warm, öffnet es das Mäulchen

um durch die Verdunstung der Feuchtigkeit auf der Zunge, ihre Körpertemperatur zu regulieren.

 

 

 

 

 

Beobachtet man seine Tiere stets gut, bekommt man schnell mit,

wie sie mit einem kommunizieren und was sie damit sagen wollen.



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